VWA Dortmund: Die „schwarz-gelbe“ Seele vom blau-weißen Verein

_MG_5501

Matthias Stiller. Foto: IHK zu Dortmund

Tee trinkt er zwar. Aber abwarten ist sein Ding nicht. Matthias Stiller, der neue Geschäftsführer der VWA Dortmund, ist noch keine 40 Jahre alt. Seit elf Jahren legt er eine beachtliche Karriere bei der IHK zu Dortmund hin und war bereits mit 33 Jahren Mitglied der Geschäftsführung.

1977 in Unna geboren, ist er ein Kind der Region und natürlich BVB-Fan. „Klar habe ich eine schwarz-gelbe Seele!“ Und so sieht man ihn am Wochenende auch häufiger im Signal-Iduna-Park.

Nach seinem Abitur leistet er Wehrdienst bei einem schweren Pionierbataillon am Niederrhein.

Während dieser Zeit entscheidet er sich, Geodäsie zu studieren. Doch ein fünfmonatiges Praktikum bei einem Vermessungsbüro belehrt ihn eines Besseren. Auch wenn er einst den Mathe-Leistungskurs belegte, will Stiller eine Arbeit, die auch den Austausch mit Menschen bietet. Das schien mit dem Studium der Wissenschaft von der Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche, wie diese Ingenieurwissenschaft offiziell benannt wird, nicht möglich.

So entscheidet er sich, Wirtschaftsgeografie zu studieren. „Ich wählte den Schwerpunkt Stadtmarketing. Eine perfekte Mischung aus Planung und Zusammenarbeit mit Menschen.“ An der Universität Osnabrück und der University of Hull (Großbritannien) studiert er in den Nebenfächern Jura und Politikwissenschaften.

Der frisch gebackene Diplomgeograf absolviert ein Zwischenspiel beim Bundesverband für Windenergie e.  V. Seit Februar 2005 ist er bei der IHK zu Dortmund angestellt.

Die ersten Jahre als Referent für Handel, Dienstleistung und Stadtentwicklung prägen seine Arbeitsweise. „Ich habe in dieser Zeit die Region genau kennengelernt. Ich war vor Ort bei Unternehmern und Gewerbetreibenden. Viele Kontakte gibt es seit dieser Zeit. Ich kenne die Region wie meine Westentasche.“ 2009 wird er zusätzlich Geschäftsführer der Wirtschaftsjunioren Dortmund (Kreis Unna und Hamm) und kann so auch zum unternehmerischen Nachwuchs viele Kontakte knüpfen.

Stiller wird 2010 Leiter der IHK-eigenen Weiterbildung, im Jahr darauf stellvertretender Geschäftsführer.

Seit Übernahme der Trägerschaft für die VWA Anfang 2015 von der Stadt Dortmund ist Matthias Stiller parallel dazu deren Geschäftsführer. Im Zuge dieser neuen Aufgabe legt Stiller Ende 2015 die Geschäftsführung der Wirtschaftsjunioren nieder.

Aus gutem Grund, denn das neue Projekt „VWA Dortmund“ erweist sich von Anfang an als Herausforderung. „Es dauerte länger als erwartet: Wir wollten eigene Studiengänge mit Hochschulen vor Ort anbieten. Deren Akkreditierung war komplizierter als erwartet.“

Stiller profitiert heute von seinen Unternehmenskontakten: „Vor drei Jahren haben wir ein Netzwerk der Personalverantwortlichen in der Region aufgebaut.“ Regelmäßig trifft man sich. Aus solchen Runden kommen Tipps und Wünsche, was die Studiengänge betrifft. „Wir bieten einen ganz breit aufgestellten betriebswirtschaftlichen Studiengang. Den prägt selbstverständlich VWA-Typisches wie Recht und Volkswirtschaftslehre. Das fehlt ja meist bei anderen BWL-Angeboten.“ Stiller will, dass Absolventen der VWA Dortmund „breit ausgebildete, junge Führungskräfte“ sind. Solche, die in der Region Impulse setzen.

Und der Entwicklung sind keine Grenzen gesetzt. Nach dem berufsbegleitenden Studiengang, der dieses Jahr startet, ist für 2017 ein dualer Studiengang geplant. Mit zwei Berufskollegs und der Fachhochschule Dortmund ist auch hier das Ziel, mit dem Betriebswirt (VWA) ein qualitativ hochwertiges Angebot für die regionalen Unternehmen zu erbringen.

Autoren:

  • Rainer Aschenbrenner

    Rainer Aschenbrenner (Jahrgang 1961) studierte an der Karl-Marx-Universität in Leipzig und ist Diplom-Journalist. Seit 1998 arbeitet er als freiberuflicher Journalist, PR-Berater und Medienmanager. Seit 2010 ist der Chef vom Dienst (CvD) der „AKADEMIE“. Foto: Livia Schlling / Curcuma Medien