Wissenschaftliches Arbeiten: Acht Schritte zum Erfolg (3)

160831-freigabe-akademie-3-2016_seite_01Die wissenschaftliche Arbeit planen
Wer im Studium eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, sei es eine Seminar- oder auch eine Abschlussarbeit, muss sich nicht nur mit seinem Thema, sondern auch mit den Methoden des wissenschaft-lichen Arbeitens vertraut machen. Von der eigentlichen Idee bis zur Abgabe der Arbeit sind acht grundsätzliche Schritte zu durchlaufen:

  1. Die Arbeit muss geplant werden.
  2. Ein Thema muss gefunden und eingegrenzt werden.
  3. Literatur muss recherchiert und eingeschätzt werden.
  4. Die wissenschaftliche Literatur muss gelesen werden.
  5. Danach gilt es, das Thema zu strukturieren und
  6. die Ergebnisse schriftlich niederzulegen,
  7. seine Quellen offenzulegen und
  8. den ersten Entwurf des Textes zu überarbeiten und zu redigieren.

Die AKADEMIE (Ausgaben 3 und 4-2016) stellt ausgewählte Übungen zu jedem der genannten Schritte vor.1

Schritt 3 von 8:
Recherche geeigneter Literatur anhand vordefinierter Orientierungsfragen 

Zu Beginn einer Literaturrecherche ist es außerordentlich sinnvoll, sich darüber klar zu werden, was genau eigentlich gesucht wird. Gerade bei den ersten wissenschaftlichen Arbeiten ist das nicht immer offenkundig, da es an entsprechender Erfahrung fehlt. Man sollte sich folglich bewusst machen, welche Informationen bereits vorliegen und welche Informationen noch fehlen.

Auch ist es hilfreich, so früh wie möglich zu entscheiden, welcher Umfang an Literatur benötigt wird und wie diese charakterisiert werden kann (eher praxisorientiert vs. eher akademisch orientiert).

Ebenso sollten zentrale Begriffe so schnell wie möglich identifiziert werden, um die entsprechenden Schlagwortabfragen in den Bibliothekskatalogen und den Veröffentlichungsdatenbanken vornehmen zu können. Die unter „Umsetzung“ aufgeführten Orientierungsfragen können helfen, die Literaturbeschaffung zügig und strukturiert abzuarbeiten.

Bei den Ergebnissen dieser Literaturrecherche sollte vor allem ein Augenmerk auf jüngere Publikationen gerichtet werden, um schnell einen adäquaten Überblick zum Status quo des Feldes zu erzielen. Selbst-redend sind ältere Publikationen nicht per se auszuschließen, insbesondere dann nicht, wenn es sich um Klassiker eines Fachs handelt. Ebenso sollte auf publizierte Literaturüberblicke (sogenannte Literature Reviews) geachtet werden, da sie zügig für Orientierung in der Informationsflut sorgen können und ein Themenfeld nicht nur inhaltlich ordnen, sondern auch besonderes wichtige Publikationen herausstreichen.

Umsetzung

Sammeln Sie als erstes alle Ideen, die Ihnen zu Ihrem Thema kommen. Verwenden Sie dann die nachstehenden Fragen, um Ihre geplante Literaturrecherche zu konkretisieren:

  • Was genau ist mir schon über mein Thema bekannt?
  • Welche Teilaspekte des Themas interessieren mich in besonderer Weise?
  • Was sind Teilaspekte des Themas, zu denen ich weitere Informationen suchen muss?
  • Wie viel Information wird überhaupt benötigt?
  • Kann das Thema geografisch, zeitlich, theoretisch eingegrenzt werden?
  • Was genau will ich eigentlich wissen?
  • Was interessiert mich überhaupt nicht?
  • Über welche Schlagworte kann mein Thema beschrieben werden?

Anmerkungen:

978-3-658-10706-2_Cover_1.indd1 Adaptiert nach Kollmann/Kuckertz/Stöckmann, Das 1 x 1 des Wissenschaftlichen Arbeitens. Von der Idee bis zur Abgabe. 2016. Mit freundlicher Genehmigung von © Springer Gabler 2016. Online verfügbar unter http://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-10707-9. All Rights Reserved.

Autoren:

  • Prof. Dr. Tobias Kollmann

    Prof. Dr. Tobias Kollmann ist Inhaber des Lehrstuhls für E-Business und E-Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen. Er ist Vorsitzender des Beirats „Junge Digitale Wirtschaft“ im BMWi und Landesbeauftragter für die Digitale Wirtschaft in NRW. Foto: Universität Duisburg-Essen

  • Univ.-Prof. Dr. Andreas Kuckertz

    Univ.-Prof. Dr. Andreas Kuckertz leitet das Fachgebiet Unternehmensgründungen und Unternehmertum (Entrepreneurship) an der Universität Hohenheim und ist stellvertretender geschäftsführender Direktor des Instituts für Marketing & Management. Foto: Felix Pilz/Universität Hohenheim

  • Dr. Christoph Stöckmann

    Dr. Christoph Stöckmann ist akademischer Rat a. Z. und Habilitand am Lehrstuhl für E-Business und E-Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen. Foto: Universität Duisburg-Essen